*** Catering für Kriegsflüchtlinge in Berlin ***

Liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich bin kein großer Freund von Rundmails, doch dies ist eine und es wird eine lange. Danke für Eure Lektüre.

Ich bin seit Wochen über die zunehmenden (Brand-) Angriffe auf Flüchtlingsheime in ganz Deutschland, aber speziell bei uns im Osten alarmiert, erschrocken, ja auch verstört. Um ganz ehrlich zu sein, es beschämt mich zutiefst.

Ich verfolge natürlich die Berichterstattung über Kriegsflüchtlinge und deren Aufnahme in Berlin. Neben unsere Büro in der Strassburger Straße gibst es seit längerem ein Erstaufnahmelager, doch die Bilder und Berichte über das LaGeSo in Moabit haben mich am Donnerstag alarmiert: Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) ist die erste Anlaufstelle für Flüchtlinge in Berlin. Wer es bis hierher geschafft hat, muss sich dort registrieren. Die Behörde ist vollkommen überfordert. Die Wartezeit beträgt anscheinend aktuell zwischen drei und sieben Tage. Solange man dort nicht registriert ist, ist Mann, Frau, Kind für die Behörden nicht existent. Mit der Folge, dass hunderte Flüchtlinge auf dem Gelände kampieren ohne jegliche offizielle Hilfe, ohne Essen, Unterkunft und wirkliche medizinische Versorgung. “Moabit hilft” (http://moabit-hilft.com) ist die tragende Organisation vor Ort, nur ehrenamtliche Helfer, die Sachspenden sammeln, kochen, Wasser ausgeben, Fragen beantworten usw.. Donnerstag Nachmittag hat der Vorstand von Moabit hilft auf Radio 1 angekündigt die Hilfe einzustellen, da der Verein schlicht überfordert ist und die Stadt anerkennen muss, dass es sich um eine Katastrophenfall handelt und THW, Rotes Kreuz, etc zu Hilfe gerufen werden müssen. Am Abend wurde dem Verein Hilfe zugesagt und er hat seine Arbeit fortgesetzt. Der Druck auf die Politik wächst, am Montag soll es ein weiteres Krisentreffen geben.

Ich war Freitag früh mit Christine aus meinem Büro auf dem Gelände. Einfach hingefahren, wollte mir selbst ein Bild machen. Die Situation ist zum Glück nicht so schlimm wie ich dachte: Die Stimmung ist relativ ruhig, es gibt Wasser, wenige mobile Toiletten, ein mobiles Röntgenmobil und eben jede Menge ehrenamtliche Helfer, die versuchen Essen und Wasser zu verteilen. Nichtsdestotrotz ist die Essensversorgung und Unterbringung ein ernstes Problem. Nach Gesprächen mit Diana Henniges (auch im Vorstand) von Moabit hilft habe ich angeboten, kurzfristig ein Filmcatering zu organisieren.
Refugees 2

Das hat Dank der Hilfe von Euch, aber insbesondere von Lichtblick Media, Martin Heisler geklappt und wir haben den Caterer André Ambach (www.andres-filmcatering.de) für uns gewonnen. André wird am Montag mit seinem 12 Meter Hänger mindestens 500 Halal-Mahlzeiten zur Verfügung stellen. Ich war gestern Nachmittag nochmals mit seinem Koch “Richy” da und haben Wasseranschluss, Stellplatz, Einfahrt, Strom für den Hänger gecheckt. Das wird funktionieren und es freut mich masslos. André kann das natürlich nicht umsonst anbieten, aber er berechnet der Neuen Road Movies großzügigerweise nur Fremdkosten. Also Einkauf und Personal. Was ich so nicht erwartet habe, aber natürlich ein Kracher ist.

Leider wurde das LaGeSo Gelände gestern Abend geräumt, die Behörde macht über’s Wochenende zu, alle mussten raus. Es soll am Sonntag gewittern, die meisten Familien warten im Tierpark darauf, dass sich Montag früh das Tor wieder öffnet. Somit können André und ich auch das Catering leider erst ab Montag anbieten. Aber dann sind wir da und vorbereitet.

Jetzt ist die Hoffnung, dass ab Dienstag oder gar Montag, das Rote Kreuz oder das THW oder die Johanniter oder die Feuerwehr einschreiten und Essen zur Verfügung stellen. Ich bin mir da aber nicht so sicher. Deswegen hier mein Spendenaufruf: Ziel ist es Andres Catering da stehen zu lassen und so lange wie nötig weiter zu kochen. Ich bekomme das bei allem Willen nicht alleine finanziert. Martin Heisler Reaktion auf meine Cateringanfrage motiviert mich, Euch schon heute um Eure Hilfe und auch um Eure Spende zu bitten: Er hat mir einfach Geld angeboten, ohne dass ich wirklich danach gefragt habe. Vielleicht brauchen wir die Spenden gar nicht,  weil die Behörden übernehmen. Aber falls nicht, so wäre ich dankbar über Eure Mail oder Anruf mit einer noch so kleinen Spendenzusage. Euer Wort reicht mir. Falls wir Eure Spende zum Einkaufen benötigen, so schicke ich die Daten für ein Spendenkonto rum.

Ich danke Euch, bin am Montag meist vor Ort, und kann Euch nur ermuntern, Euren Computer stehen zu lassen, vorbeizukommen und zwei Minuten mit einer Familie aus Syrien zu sprechen oder zu gestikulieren. Ich verspreche Euch, ihr werdet lange davon zehren.

Pace!

Gian

Refugees 1

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Adresse: Landesamt für Gesundheit und Soziales, Turmstraße 21, 10559 Berlin. U9, U-Bhf Turmstraße.